2016-11-26-stoehnen-vorgespieltLust hört man, denken zumindest wir dummen Männer. Doch in Wirklichkeit bedeutet lautes Stöhnen beim Sex nicht immer den Sexgipfel, sondern leider meistens ganz etwas anderes. Je lauter das Stöhnen, desto toller der Mann und das feeling im Körper der Frau? Dieser Logik folgen zumindest die Porno-Industrie, Hollywood-Filme, die Werbung und ein Großteil der (nicht nur männlichen) Bevölkerung. Demzufolge kann sich ein Mann, wenn es laut im Bett wird, auch bestätigt fühlen, ein toller Liebhaber zu sein, der seiner Besten nichts als glockenhelle Freude bereitet.

Aber die Wirklichkeit schaut wohl doch etwas anders aus. Denn wie wir alle wissen, kommt Frau vor allem durch manuelle oder orale Stimulation ihrer Klitoris – was meist beim Vorspiel geschieht. Und dasselbe läuft noch relativ geräuscharm ab, während das Stöhnen beim klassischen Geschlechtsverkehr einsetzt. Die Methode, die Frauen statistisch gesehen am wenigsten zum Höhepunkt verhilft.

Genauer damit auseinander gesetzt haben sich schon 2010 Gayle Brewer und Colin A. Hendrie für die wissenschaftliche Studie „Evidence to Suggest that Copulatory Vocalizations in Women Are Not a Reflexive Consequence of Orgasm“. Dafür wurden 71 Frauen im Alter von 18 bis 48 Jahren befragt, um zu erfahren wann, warum und welche Geräusche die Frauen beim Sex von sich geben.

Dabei stellte sich heraus, dass die meisten Frauen ihre Orgasmen still und leise erleben. Man vergleiche nur die Geräuschkulisse bei der Selbstbefriedigung – die verläuft meist völlig ruhig, nur wenn jemand anderes dazu kommt, dann wird es auf einmal lauter. Das weibliche Stöhnen gilt vielmehr dem männlichen Höhepunkt. Oder quasi dem Herbeiflehen desselben: 66 Prozent der befragten Frauen werden laut, um den Mann zum Orgasmus zu motivieren.

92 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass Stöhnen das männliche Selbstbewusstsein fördert und 87 Prozent setzen ihr eigenes Stöhnen auch dementsprechend ein, um den Mann schneller kommen zu lassen und so den Sex schneller zu beenden – sei es aus Müdigkeit, Schmerzen, Langeweile oder Zeitdruck.

Spielen also Frauen den Orgasmus immer noch vor? Und fokussieren sie statt auf die eigene Lust nur auf die des Partners? Oder ist das Stöhnen das lautwerdende Kompliment für ein gelungenes Vorspiel und ein bisserl Cheerleading für den geliebten Partner, der sich ja so bemüht?

Goggolori sagt: Das ist ihm so was von egal, wenn sie es glücklich macht, soll sie doch was vorspielen! Hauptsache er hat genug Spaß und ansonsten: I don’t care, I don’t give a damn!

Und noch etwas: Passt auf euch auf, da draußen!

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