libido-trocknet-aus1Tinder, gemacht für schnellen Sex und beworben mit großer Romantik, ist meine Generation in App-Form. Leider ist meine Generation so dumm, dass sie die Liebe nicht verdient.

In Japan steigt der Anteil der Asexuellen kontinuierlich.

Vor zwei Jahren waren es noch 45 Prozent. Und es steigt auch der Anteil der sexlosen Verheirateten weiter an. Zunehmend schwindet bei Männern die Lust am Sex. 17,9 Prozent bekennen, nur ein geringes oder kein Interesse daran zu haben oder ihn auch extrem zu verabscheuen. Mit 20,3 Prozent findet sich der größte Teil der Asexuellen unter den 25-29-Jährigen.

In den USA zeigt eine Umfrage, dass die Zahl der Jugendlichen unter 20 Jahren steigt, die noch keinen Sex hatten. Bei den Mädchen hatten 1988 51%  2013 nur noch 44%, bei Jungen 1988 60% 2013 nur noch 47% Sex bevor sie 20 Jahre alt waren..

Die Frage ist natürlich, ob Asexualität zunimmt. Haben Menschen, vor allem jüngere, einfach keine Lust mehr an Sex, an körperlicher Intimität? Ist der Druck mit der überall vorhandenen Pornographie zu groß? Wächst die Angst? Oder entkoppelt sich nach Sex und Reproduktion auch der Sex von der Lust?

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Bemerkenswert ist aus meiner Sicht, dass es deutlich mehr Männer sind, denen der Sex inzwischen als anstrengend und nicht lohnenswert erscheint. Dem widerspricht jedoch das Verhalten auf Apps wie Tinder.

Wir sind ganz schön dämlich. Zwei Millionen von uns brauchen Tinder, um Nähe zu anderen Menschen herzustellen. Das Unternehmen wirbt mit der großen Liebe Any swipe can change your life und wird genutzt von Menschen, die Liebe gar nicht mehr ertragen. Bei Tinder kann man sagen: Der Mann sucht nach Sex, die Frau nach der großen Liebe.

Dazu schreibt Isabell Prophet (29) auf ihrem Blog bei der FAZ:

Tinder, gemacht für schnellen Sex und beworben mit großer Romantik, ist meine Generation in App-Form. Leider ist meine Generation so dumm, dass sie die Liebe nicht verdient.

Auch hier zeigt sich, dass Überfluss und Oberflächlichkeit selten zum erwünschten Ergebnis führen. Es wird suggeriert, dass alle gleich sind und sich stromlinienförmig zu bewegen haben. Doch auch in der Y Generation gibt es Individuen, die noch fern ab jeglicher Apps und sozialer Netzwerke einfach „normale“ Menschen sein möchten. Wir sind 20 Millionen Egoisten. Wir sind gestresst, wir haben Angst, wir sind frei und ungebunden und lieben unsere Möglichkeiten.

Hier der ganze Beitrag von Isabell Prophet