1. 2016-05-08-Jan-Boehmermann1. Azubis

Auch das ist Deutschland! Im Azubi Report 2016 beklagen sich die Lehrlinge in Deutschland, hauptsächlich darüber dass sie in der Berufschule zu wenig vermittelt bekommen und das Gehalt zu niedrig sei. Wer sich schon einmal mit einem Berufsschullehrer unterhalten hat und sich dabei ungläubig anhören durfte, was die Azubis im Unterricht anstellen, derjenige wundert sich nicht mehr, dass die Lehrlinge nichts mitbekommen. Etwas wie Respekt und Disziplin ist den jungen Leuten offensichtlich völlig fremd. Viele geben ihre Ausbildung auf, weil sie zu schlechte Noten von der Berufschule erhalten. Nun the vicious wretch würde als erste Maßnahme ein gnadenloses Mobiltelefonverbot einführen.

Weiter beklagten sie das niedrige Gehalt und dass sie deswegen auf Unterstützung durch die Familie angewiesen seien und sich keine eigene Wohnung leisten könnten. Da fragt sich the vicious wretch wie er überleben konnte als Lehrling. Wie wäre es mit etwas Bescheidenheit und weniger Statussymbole wie sündhaft teure Smartphones. Vielleicht wäre es auch angeraten sich zu überlegen warum es heißt „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Aber in Deutschland wird alles sofort als Ausbeutung und Kapitalismus ausgelegt. Ein Blick der jungen Menschen nach Ländern wie Spanien, Italien oder auch Frankreich würde möglicherweise etwas Demut aufkommen lassen, wenn sie die Situation der dortigen Jugendlichen mitbekämen.

  1. Böhmermann

Der (Achtung Satire) Spinner meldet sich zurück. the vicious wretch ist völlig schleierhaft wieso dieser Typ von GEZ Gebühren finanziert werden darf. Nachdem sich the vicious wretch schon genug darüber aufregt hat, hierzu zwei Fremdbeiträge.

Der erste ist ein Auszug aus der Kolumne des Vorsitzender Richters des 2. Senat am Bundesgerichtshof, der zweite ein Beitrag im Berliner Tagesspiegel „Jan Böhmermann, kannst Du mal die Klappe halten?“

Beitrag 1

Zitat: Der Komiker

Der Komiker ist schon an sich eine merkwürdige Figur. Von sich selbst zu sagen, man sei „Komiker“, hat etwas zutiefst Demütigendes, Masochistisches. Es filtert den Menschen gleich doppelt: Durch einen Berufsfilter, und durch einen Rollenfilter. „Clown“ ist etwas anderes: Der schminkt sich ab und ist ein Philosoph. Der „Komiker“ aber ist ein Darbietungskünstler minderer Art: Einer, der nicht „Humor“ kann, sondern Komik (Filmtipp eins: Milton Berle in einer grandiosen Nebenrolle als „Komiker“ in: Machen wir’s in Liebe (Let’s make Love), 1960, mit M. Monroe/Y. Montand).

Der Komiker Böhmermann also sagte zum Präsidenten Erdoğan – neben manch anderem – „Ziegenficker“, und dies öffentlich und unter Hinzufügung der Bemerkung, hierbei handle es sich um eine in Deutschland verbotene Beleidigung. Wenn man Herrn B. glauben darf, wollte er damit nicht behaupten, dass der Präsident der Türkischen Republik tatsächlich häufig und bevorzugt den Geschlechtsverkehr mit Ziegen vollziehe. Vielmehr soll er, wie man hört, der Ansicht sein, dieses sei nicht der Fall. Damit scheiden die Tatbestände der Verleumdung und der üblen Nachrede (Paragrafen 187, 186 StGB) aus.

„Ziegenficker“ ist allerdings ein Wort oder eine Handlungsbeschreibung, die nach deutschem und nach türkischem Verständnis ein außerordentlich hohes Maß an Verachtung und Herabwürdigung beinhaltet. Reichert man diesen Begriff noch mit weiteren wie Pädophilie und der Beschreibung verachteter geschlechtlicher Gewohnheiten oder ekliger körperlich/sexueller Beschaffenheit an, erreicht man auch als „Komiker“ alsbald ein Tiefgeschoss-Niveau, welches an jedem mir bekannten Ort der Welt als schwerwiegende Verachtung, Herabwürdigung und Ehrverletzung angesehen wird: tatbestandliche „Beleidigung“ im Sinne der Paragrafen 103 und 185 Strafgesetzbuch also allemal.

Die „Vorstellung von der Tat“ (Paragraf 22 Abs. 1 StGB) des Komikers B. ging, falls wir uns nicht sehr täuschen oder er uns durch seine nachträglichen Verlautbarungen nicht endgültig für dumm verkaufen will, genau dahin. Allerdings verkomplizierte unser Held die Sache ein wenig: Zum einen war er, eigenem Bekunden zufolge, bemüht, dem als „Ziegenficker“ bezeichneten Opfer seiner Bemühung auf diese Weise deutlich zu machen, dass man nicht so empfindlich sein solle, wie das Tatopfer sich zuvor gegenüber anderen Ehrangriffen gezeigt hatte, namentlich dann, wenn man selbst den einen oder anderen Dreck am sogenannten Stecken hat. So weit die helle Seite des Mondes. (Anmerkung: Ja, liebe Rechtskundige, ich weiß, dass versuchte Beleidigung nicht strafbar ist.)

Hat Herr Erdoğan in Deutschland eine Ehre?

Komik und Rassismus

Zum anderen aber trug B. eine Beleidigung vor, die weit abseits allen dem Betroffenen nachgewiesenen oder nachgesagten „Drecks“ lag: Weder ging es um politische Gewalttaten noch um Korruption noch um Völkermord noch um dessen Leugnung noch um Rechtsbeugung, Nötigung oder Menschenrechtsverbrechen. Es ging ums Ficken hilfloser Ziegen.

Damit verfehlte unser Komiker schon im Ansatz jene Ebene, die er angeblich meinte, und derer er sich rühmt. Wer den amerikanischen Präsidenten als Indianermörder, den russischen Präsidenten als Wodkasäufer oder den Außenminister Südafrikas als Negerkiller bezeichnet, kritisiert weder die Empfindlichkeit der Genannten noch deren Verhalten, sondern zieht sie als plakative Beispiele kollektiver Unwert-Urteile ans Licht: Nicht die Person wird „komisch“ enthüllt, sondern ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe, einer Religion, einer „Rasse“, einem Staat. Das ist, was wir normalerweise „Chauvinismus“ nennen, im engeren, hier vorliegenden Sinn: „Rassismus“.

Der Komiker ist also kein bisschen komisch, erst recht nicht „satirisch“, sondern verbirgt eine durch und durch rassistische Herabwürdigung des Präsidenten der Türkei (als Türken = Ziegenficker) hinter dem Schleier vorgeblich „guten Willens“. Das mag keine schreckliche Untat sein, ist aber auch nicht gar nichts. Wenn man das im Klartext sagt, wird man jedenfalls wegen Kollektivbeleidigung bestraft und steht mit mindestens einem Füßchen in der Volksverhetzung.

Und es ist allein schon deshalb außerordentlich ärgerlich, weil es alles in den Dreck zieht, was die Tradition und Wirkung von Komik und Satire ausmacht: Die Selbstkritik, die Distanz, die Menschenfreundlichkeit, die Subversion von unten nach oben. Herrn Böhmermanns Komik ist also etwa so „satirisch“, wie Herrn Erdoğans Realsatire „komisch“ ist.   Zitatende

Beitrag 2:

Jan Böhmermann, kannst Du mal die Klappe halten?

Fünf Wochen nach seinem „Schmähgedicht“ auf Erdogan hatte Böhmermann geschwiegen. Jetzt gibt er wieder den Quassel-Satiriker. Eine Polemik. VON JOACHIM HUBER

Ich würde gerne mal mit Jan Böhmermann sprechen. Vorausgesetzt, ich käme überhaupt zu Wort, würde ich dem Satiriker sagen, dass Sprechdurchfall eine Krankheit mit extrem guten Heilungschancen ist. Die Therapie ist einfach: Schweigen. Klar, ist leicht dahin gesagt, weil die Selbstdiagnose von Jan B. ja in die umgekehrte Richtung geht. „Das Schlimmste war, die ganze Zeit die Fresse zu halten“, sagte er vermittels der Streaming-Plattform Periscope. „Die ganze Zeit“, das waren die fünf Wochen seit seinem Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan im „Neo Magazin Royale“. In dieser Zeit wuchs Böhmermann zum Helden der Meinungsfreiheit und zu deren Märtyrer empor. Erdogan und Kanzlerin Merkel haben alles dafür getan, aus einem „Spaßvogel“ (B. über B.) eine Staatsaffäre zu machen.

Wie eine Sphinx schweigen und genießen… hier der ganze Beitrag

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