2016-05-05-medien-und-tuerkeiSeit 1994 wird der 03. Mai als Internationaler Tag der Pressefreiheit begangen. Und wie jedes Jahr ist das Geschrei der Journalisten und sonstigen Medienvertretern groß. Die Pressefreiheit ist nach meiner Meinung ein hohes Gut und besonders schützenswert. Es sind aber nicht nur Rechte an diese Freiheit gebunden.

Doch zuerst wäre für mich mal interessant wie sich die Medienleute vorstellen, dass ihre Freiheit in Diktaturen oder Krisenregionen durchgesetzt werden soll? Da bemühen sich viele Nationen in Kriegsgebieten die verfeindeten Parteien wenigstens zu einem Waffenstillstand zu bewegen und die Journalisten fordern freien Zugang und ungehinderte Berichterstattung. Yep wird erledigt!

Wenn ich sage es sind nicht nur Rechte an die Pressefreiheit gebunden, meine ich, dass die Medien auch einen Auftrag und Pflichten haben. Und die von den Medien beklagten Veränderungen in Deutschland haben Ursachen. Denn nach meiner Erinnerung gab es noch nie eine derartig manipulative und suggestive Berichterstattung wie derzeit. Es ist nahezu unerträglich wie durch weglassen von Informationen und aus dem Kontext genommenen Zitaten, Meinungsmache und Beeinflussung geschieht. Und wer wie Herr Böhmermann übelst die Würde eines Menschen (Art 1 GG) verletzt, sollte sich nicht auf Meinungs- und Pressefreiheit (Art 5 GG) berufen.

Merkt euch liebe Journalisten: „Wie ich in den Wald hinein rufe, so schallt es zurück“.

Die Türkei und die Visumfreiheit. Warum wird jetzt speziell in Deutschland so ein Aufriss veranstaltet? Dazu folgendes kurz nach der EU Vereinbarung:

„Schämst Du Dich nicht, als Deutscher hierhin zu kommen“, schreit ein Kurde den Reporter an. Nachdem der 65-Jährige seine Wut in den Griff bekommen hat, stellt er sich als Ömer vor. Ömer und die Umstehenden sind überzeugt davon, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die türkische Kurdenpolitik hinnimmt, um den Flüchtlingspakt der EU mit Ankara nicht zu gefährden. Eine 43-Jährige namens Yüksel sagt: „Ich weiß, dass Deutschland wegen der Flüchtlingskrise schweigt. Und der Staat tötet uns, weil Europa schweigt.“

Nun Deutschland befindet sich –durch die geniale Frau Merkel verursacht – nun einmal in einer vernichtenden Zwickmühle. Wer nicht will, dass aus diesem Teil der Erde wieder unüberschaubar viele Flüchtlinge nicht registriert und zumindest teilweise mit zweifelhaften Absichten einreisen, muss sich Herrn Erdogan beugen. Die nächsten Abmachungen mit ähnlich suspekten Regierenden in Nordafrika werden folgen. Denn dort wird in Zukunft deutlich mehr an Flüchtlingen zu erwarten sein, als über Nah- Mittelost.

Und bitteschön wem nicht von Beginn an klar war, dass für Erdogan die Befreiung der Visumpflicht das mit Abstand wichtigste an dieser Vereinbarung ist, sollte besser Gute Zeiten, Schlechte Zeiten im TV ansehen als über Politik nachzudenken. Was das innenpolitisch für Herrn Erdogan bedeutet ist unermesslich, dagegen sind 6 Milliarden € oder beschleunigte Beitrittsverhandlungen ein Klacks. Und auch für die türkische Bevölkerung ist das wie Weihnachten. Somit liebe Politiker und Medienvertreter lasst dieses populistische Geschwätz, nehmt es hin und hört euch dafür Tom Waits an: „ There’s always free cheddar in a mousetrap, baby. It’s a deal, it’s a deal. The ship is sinking! God’s away, God’s away on business! “

So is es und die Mausefalle wird wohl zuschnappen.

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