2016-05-02-der-weise-richterTranslation at the end. — Auch in der heutigen Zeit wären so weise Richter nicht das Übelste. Gier tut selten gut, nur leider wird Ehrlichkeit viel zu selten belohnt. Und es wird in der Zeit des Erzählers der Geschichte nicht viel anders gewesen sein. Und wenn jeder ein wenig darüber nachdenkt, könnte manches angenehmer sein.

Dass nicht alles so uneben sei, was im Morgenland geschieht, das haben wir schon einmal gehört. Auch folgende Begebenheit soll sich daselbst zugetragen haben.

Ein reicher Mann hatte eine beträchtliche Geldsumme, welche in ein Tuch eingenäht war, aus Unvorsichtigkeit verloren. Er machte daher seinen Verlust bekannt und bot, wie man zu tun pflegt, dem ehrlichen Finder eine Belohnung, und zwar von hundert Talern an. Da kam bald ein guter und ehrlicher Mann daher gegangen. „Dein Geld habe ich gefunden. Dies wird’s wohl sein! So nimm dein Eigentum zurück!“ So sprach er mit dem heiteren Blick eines ehrlichen Mannes und eines guten Gewissens, und das war schön.

Der andere machte auch ein fröhliches Gesicht, aber nur, weil er sein verloren geschätztes Geld wieder hatte. Denn wie es um seine Ehrlichkeit aussah, das wird sich bald zeigen. Er zählte das Geld und dachte unterdessen geschwinde nach, wie er den treuen Finder um seine versprochene Belohnung bringen könnte. „Guter Freund,“ sprach er hierauf, „es waren eigentlich 800 Taler in dem Tuch eingenäht. Ich finde aber nur noch 700 Taler Ihr werdet also wohl eine Naht aufgetrennt und Eure 100 Taler Belohnung schon herausgenommen haben. Da habt Ihr wohl daran getan. Ich danke Euch.“

Das war nicht schön. Aber wir sind auch noch nicht am Ende. Ehrlich währt am längsten, und Unrecht schlägt seinen eigenen Herrn. Der ehrliche Finder, dem es weniger um die 100 Taler als um seine unbescholtene Rechtschaffenheit zu tun war, versicherte, dass er das Päcklein so gefunden habe, wie er es bringe, und es so bringe, wie er’s gefunden habe. Am Ende kamen sie vor den Richter. Beide bestanden auch hier noch auf ihrer Behauptung, der eine, dass 800 Taler seien eingenäht gewesen, der andere, dass er von dem Gefundenen nichts genommen und das Päcklein nicht versehrt habe. Da war guter Rat teuer.

Aber der kluge Richter, der die Ehrlichkeit des einen und die schlechte Gesinnung des andern zum voraus zu kennen schien, griff die Sache so an: er ließ sich von beiden über das, was sie aussagten, eine feste und feierliche Versicherung geben und tat hierauf folgenden Ausspruch: „Demnach, und wenn der eine von euch 800 Taler verloren, der andere aber nur ein Päcklein mit 700 Taler. gefunden hat, so kann auch das Geld des letztern nicht das nämliche sein, auf welches der erstere ein Recht hat. Du, ehrlicher Freund, nimmst also das Geld, welches du gefunden hast, wieder zurück und behältst es in guter Verwahrung, bis der kommt, welcher nur 700 Taler verloren hat. Und dir da weiß ich keinen andern Rat, als du geduldest dich, bis derjenige sich meldet, der deine 800 Taler findet.“

So sprach der Richter, und dabei blieb es.

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The wise judge

Translation by Google / Bing – Also in this day and age, so wise judges were not the worst. Greed is good for rare, sadly honesty is rewarded too rarely. And it might have been different not much in the time of the narrator of the story. And if everyone a little bit about thinking, things could be more pleasant.

That not everything is so uneven, what is happening in the “Morgenland”, that we have ever heard. Also the following event should have occurred there.

A rich man had lost a considerable sum of money, which was sewn up in a cloth, out of carelessness. He made known so its loss and offered, as they do, a reward from one hundred thalers the honest finder. As a good and honest man was soon so gone. „I found your money. This will probably be there! So take back your property!“ So he talked to the serene look of an honest man and a good conscience, and that was nice.

The other made a cheerful face, but only because he again had its estimated lost money. Because as it looked to his honesty, that will show up soon. He counted the money and thought Meanwhile, nimbly, how he could get his promised reward the faithful finder. „Good friend,“ he said then, „actually 800 coins in cloth were sewed. I think you will have so probably split a seam and already removed your 100 dollars reward only 700 Thaler. Since you did think it. I thank you.“

That was not nice. But we are also not at the end. Ehrlich lasts the longest, and wrong is his own master. The honest Finder, which it less to the 100 Taler was to do his irreproachable probity, assured that he found the package so, as he put it, and it so bring like he’s found. In the end, they came before the judge. Both were still on their assertion that the one who that 800 coins were sewn in the other, that he had nothing of the found and injures the Päcklein not been. There, good advice was expensive.

But the wise judge, the honesty of the one and the poor attitude of the other to the seemed to advance, attack the thing so: he had both about what they said, give a firm and solemn assurance and did this following statement: „Accordingly, and if one of you lost 800 dollars, the other with only a Päcklein 700 Thaler.“ has found, so also the money of the latter may be not the same on which the former has a right. You, honest friend, take back so again the money, what you found, and keep it in good custody until he comes, which has lost only 700 Thaler. And friends as white I geduldest you any other advice than you until those logs, taking your 800 coins.“

So said the judge, and there it remained.

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