2016-08-04-generation y sind sexmuffelOh Mann was hatten wir, die Generation X noch Spaß aber auch zu kämpfen. Die sexuelle Befreiung in Form von Dr. Kolle und Bravo stand bevor. Die Antibaby Pille kam auf den Markt und der Slogan „Make Love Not War“ war in aller Munde. Und die Warnungen der Eltern wurden in den Wind geblasen. Und heute? Was macht die Generation Y?

Mit Tinder und Co. sind sie aufgewachsen, doch auf Sex verzichten viele der jungen „Millennials“. Die Generation X hatte laut einer US-Studie in ihrer Jugend deutlich mehr Interesse an Sex.

Die wilden Zeiten der 68er-Generation sind längst vorbei. Wohngemeinschaften mit ausgelassenen Sexorgien, ein unverkrampftes Verhältnis zum Körper und die Aufgabe sämtlicher Hemmungen – das scheint heute bisweilen wie die surreale Welt eines fantasievollen Fiction-Autoren.

Realer Sex entfernt sich immer weiter aus der Lebenswirklichkeit nachkommender Generationen. Das belegt jetzt eine Studie der San Diego State University, bei der mehr als 26.700 Menschen zu ihrem Sexualverhalten befragt worden sind.

Gefragt wurden die Studienteilnehmer unter anderem, ob sie seit ihrem 18. Geburtstag Sexpartner gehabt hätten. Ganze 15 Prozent der in den 1990ern geborenen 20- bis 24-Jährigen verneinten diese Frage, nur sechs Prozent hingegen der in den 1960ern Geborenen bekundeten, in den jungen Jahren keinen Sex gehabt zu haben. Besonders deutlich war die Verschiebung unter den weiblichen Befragten.

Auf den ersten Blick überraschen die Ergebnisse, denn der Millennial-Gruppe wird eine ausgeprägte „Aufreiß-Kultur“ nachgesagt. Zudem müssten Single-Portale im Internet, Dating-Apps und sonstige Kontaktbörsen das Finden eines passenden Partners enorm vereinfachen. Doch Psychologieprofessorin Jean M. Twenge muss konstatieren: Von der jungen Generation haben mehr gar keinen Sex, und auch wechselnde Sexualpartner sind nicht angesagt.

Die Psychologin erklärt den Effekt mit Bedingungen, die die moderne Technologie vorgibt: Vermutlich interagieren junge Menschen zwar stark mit vielen Menschen online, reale Kontakte und daraus möglicherweise resultierende sexuelle Aktivitäten bleiben jedoch aus.

Sicherheit wird wichtiger

Darüber hinaus könnten persönliche Sicherheitsbedenken sowie eine massive mediale Berichterstattung über sexuellen Missbrauch die jungen Menschen vorsichtiger gemacht haben als ihre Vorgängergeneration, mutmaßt Twenge. Wie auch schon der sinkende Alkoholkonsum zeige, ist das Thema Sicherheit und Risikominimierung ein durchaus wesentlicher Einflussfaktor bei der Lebensgestaltung der Millenniumsgruppe.

Etliche weitere Punkte könnten außerdem eine Rolle spielen: Der leichte Zugang zu Pornografie, die historisch hohe Zahl an jungen Erwachsenen, die immer noch bei ihren Eltern wohnen, ein späterer Entschluss zu heiraten und auch eine wachsende Unterhaltungsindustrie, die im Erotikbereich Alternativen zum realen Sexpartner anbietet.

Der Trend scheint anzuhalten und wird durch eine Umfrage der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control) bestätigt. Die Behörde fand heraus, dass im Jahr 1991 noch 51 Prozent der Schüler an den Highschools Sex hatten, 2015 rutschte dieser Wert auf 41 Prozent.

Die Psychologin beurteilt die gesellschaftliche Veränderung positiv: Immerhin warten somit mehr Menschen mit dem „ersten Mal“ auf den Zeitpunkt, an dem sie sich wirklich reif dafür fühlten. Dies sei nach Twenges Ansicht gut für die körperliche und seelische Gesundheit der Betroffenen. Zugleich warnt sie jedoch auch, dass manche Menschen durch den kompletten Verzicht auf Sex auch eine erfüllte, romantische Partnerbeziehung verpassen könnten.

Goggoloris Fazit: Yep welch eine Freude ein Generation Xler zu sein!

Und noch etwas: Passt auf euch auf, da draußen!

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