Peter Alexander Christerer Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

Im Dhammapada steht geschrieben:
Wenn du auf deinem Weg keinen Ebenbürtigen, keinen Besseren triffst, setze deinen Weg fort; entschlossen; allein.
Mit Narren gibt es keine Gemeinsamkeit.

Bäääda's Briefe an die Erinnerung

#501 07.12.2022 18:20h da oide Bäääda wird sentimental

Das glaube ich selbst kaum: Früher besuchte ich Weihnachtsmärkte ausschließlich um eine vernünftige Bratwurst zu vernichten. Und jetzt? Jetzt fahre ich einfach 200 km, um einen schlesischen Christkindlesmarkt in der wunderschönen Stadt Görlitz anzusehen. Beim ersten Besuch, begeistert von der Altstadt, sagte eine Verkäuferin, dass ich keinesfalls die Adventszeit mit Markt verpassen sollte. Dann kam Corona und nix wars. Doch jetzt geht es in Kürze los und die Vorfreude ist gewaltig. Das Hotel mitten in der Fußgängerzone, sozusagen IM Markt, das verheißt nichts Gutes für mein Monster, auch Bauch genannt. Die abgebildeten Mohnkringel werde ich mir selbstverständlich zu Gemüte führen, vorerst backe ich sie schonmal selbst. Wie immer volles Programm. Tag 1 Görlitz, Tag 2 eine nette polnische Stadt mit hoffentlich guter Wurst zum Mitnehmen, da wird der Elch in die Knie gehen und Tag 3 ein kleiner Schlenker auf der Heimreise zum Besuch einer weiteren Stadt. Die sorbische Spezialität samt Restaurant, in welchem ich mein Mittagessen genießen werde, steht bereits fest. Zusätzlich steht ein Besuch des ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands auf dem Programm. Ein paar Würstl als Dessert sind schließlich Pflicht.

Gar nicht weihnachtlich, sondern entsetzlich grausam ist die Bluttat vom Montag in Illerkirchberg. Ein 27-jähriger Mann greift zwei junge -13 und 14 Jahre alt- Mädchen auf dem Weg zur Schule mit einem Messer an und verletzt sie schwer. Die 14-jährige erliegt noch am Nachmittag ihren Verletzungen. Solche Taten gab und wird es immer geben. Allerdings dreht sich der mir Magen um, wenn ich Bundesinnenministerin Nancy Faeser kürzlich bei der Vorstellung der Befragung "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" von einem "sehr sicheren Deutschland" fantasieren höre. Vielleicht für Klimaterroristen und Schwarzfahrer in Berlin, die gehen in der Regel straffrei aus.
An dieser neuartigen Erhebung des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder nahmen fast 47 000 Bürger teil. Im Gegensatz zur polizeilichen Kriminalstatistik wird hier versucht, das "Dunkelfeld", also Straftaten, die nicht bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden und deshalb nicht in der Statistik auftauchen, mit einzubeziehen. Bei Sexualstraftaten kommen laut Polizei 99 Prozent der Delikte nicht zur Anzeige. Frau Faeser sagt, das sei nicht hinnehmbar. Recht hat sie! Was sie nicht sagt, ist, dass es auch an der Zeit ist, besser zu überprüfen wer in dieses Land kommt und nicht wie geplant die deutsche Staatsangehörigkeit zu verhökern.
Nichtdeutsche Tatverdächtige bei Sexualdelikten liegen mit annähernd 25% weit über dem Anteil an der Bevölkerung. Bei Mord liegt die Zahl noch höher: Hier hatten laut Statistik 38,8 Prozent der Tatverdächtigen keinen deutschen Pass. Etwa 13 Prozent der bundesdeutschen Einwohner besitzen keinen deutschen Pass. Der Anteil der Nichtdeutschen an allen Straftaten der Kriminalstatistik lag im vergangenen Jahr aber bei 33,8 Prozent. Vielleicht wäre es ratsam -trotz alles Gutmenschentums- einmal deren Rechts- und Demokratieverständnis sowie ihre Einsicht in Bezug auf die Stellung der Frau in Deutschland zu überprüfen. Der Tatverdächtige im Fall der beiden Mädchen ist ein Flüchtling aus Eritrea.

Eine Überprüfung der anderen Art fand gestern in meiner Wohnung statt. Der freundliche Herr von Brunata war im Haus und hat den Warmwasserstand notiert sowie die Heizkörperröhrchen (so modern für elektronische Abfrage sind wir noch nicht) ausgetauscht. Bin neugierig, was ich dieses Jahr wegen der Betriebskostenabrechnung für 2021 nachzuzahlen habe.
Nach den Kosten für eine "Waldbestattung" werde ich mich nicht erkundigen. Wie im vorherigen Beitrag geschrieben, besuchte ich den "Friedwald" im Nuthetal. Hatte schon etwas ganz Spezielles, war auch schön angelegt und das Andachtshaus wirklich besinnlich, doch wie schon gesagt, die Kanalisation würde mir auch genügen. Da ich nicht davon ausgehe, dass mir das genehmigt wird, steht als nächstes das Schlaumachen bei der Uni an. Da dürften dann die Studenten an mir rumschnippeln, wie sie wollen, solange die Uni die Kosten für die Entsorgung übernimmt. Sollten mich die -was ich vermute- auch nicht wollen, bleibt die anonyme Feuerbestattung. Zwar wäre eine Erdbestattung wahrscheinlich ein Festschmaus für all das Getier da unten, aber da fiel mir sofort der gute alte Ludwig Hirsch mit seinem ---> I lieg am Ruckn ein und alles war klar. Würmer in meinem Hirn, die dinieren? Nööö, anonyme Feuerbestattung ist kostengünstiger und -weil ich gerade im Wohnzimmer friere- wärmer.



So die Mohnplätzchen sind fertig und schmecken wirklich gut. Das mit dem Spritzbeutel und der Zackentülle war suboptimal und kleine Kügelchen verschwinden viel unauffälliger im Mund ;-). Auf das Brot rechts bin ich echt stolz. Ein Oliven-Tomaten-Terra Madre Brot mit selbst hergestellten Lievito Madre Weizensauerteig. Ich sag ja, ich muss mir Sorgen um mich machen. Weihnachtsmarkt besuchen, Plätzchen und Brot backen, je zäfix hat sich da etwa jahrzehntelang ein feministischer Zweig in mir verborgen? Sodom und Gonorrhoe, das gibt es doch nicht! Aber es macht Spaß und das zählt. Der eine gräbt den Garten um, der nächste treibt Sport und da Bäääda backt und vernichtet Bratwürste.
In einem Gespräch mit Herbert waren wir uns einig, dass das Nichtstun gelernt sein will. Jedenfalls wurde klar, dass man ein paar Tätigkeiten braucht, um der Langeweile zu entgehen. Zwar gönne ich mir diese hin und wieder, aber ansonsten sind bei mir genügend Möglichkeiten vorhanden. Soviel dass ich sogar manche Dinge wie z. B: am Sommer weiterzuschreiben, vernachlässige.
Ich dachte nach und stellte fest, dass ich heute das 4-jährige Jubiläum meiner fristlosen Kündigung feiern kann. Von 07.12.2018 – 12.11.2019 hatte ich massive psychische Probleme deswegen, insbesondere weil zwischenzeitlich auch noch Krebs in einem gefährlichen Stadium festgestellt wurde. Heute sage ich, das war evtl. sogar hilfreich, denn irgendwie konnte ich mich nicht auf ein Thema fokussieren. Das hätte mich wahrscheinlich verrückt gemacht. Du schluckst schon, wenn du 2 Monate lang kein Geld bekommst und jeder auf den anderen zeigt. Hoch lebe der Dispokredit und meine Bescheidenheit, hahaha. Was folgte war FREIHEIT! Das sehr erfreuliche Ergebnis vor Gericht, bestätigte den kleinen, dummen Metzgerbub einmal mehr: Nicht kampflos aufgeben!

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#500 04.12.2022 11:56h Bääädas missglückte Weihnachtsedition
Jetzt wollte ich ein wunderschönes Brot backen mit einem Tannenbaum oben in der Kruste und nix is worn! Eigentlich ist die Botschaft: Liebe Leute Brot selbst backen macht Spaß. Auch wenn Roggenmehl klebt, dass du es locker als Lehm zum Hüttenbauen verwenden kannst. Es klebt einfach überall und die Reste ins Spülbecken versenken ist auch nicht. Höchstens wenn du Sehnsucht nach deinem Sanitär-Klempner (ernsthaft, ich weiß natürlich, dass das heute "Anlagemechaniker für Sanitär" heißt, hahaha, dann wäre ich nicht mehr Metzger, sondern wahrscheinlich der Wasser, Fett und Schnitzeldesigner für Fleischwaren, wow, endlich mal ein Titel) hast. Ansonsten Freunde der Nacht: Vergesst Backmischungen, vergesst Backautomaten, für ein köstliches Brot brauchst du Sauerteig -kann man zum Ansatz fertig in Bäckereien bestellen-, Mehl, Wasser, Gewürze. Dann Geduld und einen Backofen.
Allerdings deine Gehirnzellen sollten aktiv sein, denn bei diesem Brot habe ich doch glatt das Gewicht der Schüssel bei der Sauerteigmenge mit berechnet. Schmeckt trotzdem saugut und die fehlenden annähernd 200 chemischen Zutaten vermisse ich überhaupt nicht. Als nächstes kommt mit "lievito madre" Anstellgut (spezieller italienischer Weizensauerteig) ein Tomaten/Olivenbrot (leider nur mit gefärbten, schwarzen Oliven) und wenn das fein wird, werde ich mich trauen, mal meine Schwägerin Andrea um Tipps zu bitten. Die kann das riiiichtig gut. Schließlich lerne ich auch im Alter dazu. Gerade haben Forscher festgestellt, dass unser Gehirn NICHT -wie man uns seit ewigen Zeiten einredet- abbaut, sondern dass sogenannte "stille" Synapsen aktiviert werden und neue Verknüpfungen bilden. Natürlich nur wenn du selbst aktiv bist und nicht ausschließlich "schlag mich tot" im Fernsehen anschaust. Diese Teilchen sind in ausreichender Menge vorhanden und wieder einmal sage ich: Nicht zu sehr an die Wissenschaft glauben. Alle paar Jahre wird das Rad neu erfunden.

Ach, wären uns nur die Wissenschaftler in der Politik erspart geblieben. Was hätte an Leid speziell an Kindern ohne Lauterbach, Drosten und Co. vermieden werden können. Doch der Bundesclown zeigt keinerlei Bedauern -nachdem jetzt nachgewiesen wurde, dass die Coronamaßnahmen gegen Kinder völlig unsinnig und kontraproduktiv waren- ob der Dramen, die sich in manchen Familien abspielten. Über das derzeitige Problem im Bereich Kinderkliniken -hat absolut nichts mit Corona zu tun!- schweige ich besser, sonst schmeckt mir mein köstliches Brot nicht mehr.
Mehr zu schaffen macht mir allerdings, wie wenig Wert wir ALLE inzwischen auf unsere Grundrechte legen. Die Medien sind längst zum Erfüllungsgehilfen der Regierung geworden, der Bürger ist gleichgültig, solange für "Entlastung" gesorgt wird und die Politik verletzt Grundrechte, ohne mit der Wimper zu zucken. Ach ja, die Richter. Dass die sich nach der Regierung richten (Blick zurück in die 1930er Jahre), ist nicht neu. In Berlin gibt es keine Haftstrafen mehr, in Bayern dafür sogar ohne Prozess.
Herr Lauterbach schiebt Werbeaufträge für 32 Millionen Euro ohne Ausschreibung parteinahen Agenturen zu, Herr Söder sperrt KlimaTERRORISTEN (ich unterstelle zwar, dass die Spinner keine Tötungs- oder Körperverletzungsabsichten haben, die anderen Terrormerkmale erfüllen sie aber) bis zu 2 Monate ein. Und obwohl ich persönlich diese Idioten eigenfüßig in die Tonne treten möchte, doch als Politiker würde ich an die Verhältnismäßigkeit denken. Grundrechte adieu! Andererseits hat ein soeben aus der Haft Entlassener für Montag in München eine große Aktion angekündigt. Ab, mit Pfeil und Bogen auf eine einsame Insel mit ihm und eine Schiffsverbotzone einrichten. Und die Medien? Die liegen im Seidenbett und onanieren.

Mein Bruder Otto gab mir den Hinweis auf das rechts im Bild abgebildete Buchcover. Bis jetzt habe ich 30 Seiten gelesen und kann sagen der BND Blues stellt sich sofort wieder ein. Zwar kann ich nicht beurteilen, ob es stimmt was der Typ schreibt (denke er ist sehr frustriert und überzieht stark, denn zu seiner Zeit waren VFs eher Götter als Sesselfurzer), weil es sogar noch vor meiner Zeit war, aber schlagartig hat sich das laue Gefühl im Magen eingestellt. Völlig konform gehe ich mit dem Kerl, dass jede Stunde nicht in der "Z" oder "Camp" ein Gewinn war. In meiner "Lebensgeschichte" bin ich gerade bei "Sommer" angelangt und die erste Überschrift dabei lautet: "Da Bäääda wird Spion". In meinem "Lebensbuch" werde ich näher auch auf die Struktur und Gliederung des BND eingehen. Viel zu viel Menschen glauben, dass "Geheimdienstler" alles Spione a la James Bond sind. Ich denke es waren -Residenten eingerechnet- etwa 150-200 von ca. 6500 die aktiv im "Humint" Bereich tätig waren. Von 1984-1998 hat meine Tätigkeit als Wachmann, Büroangestellter, Systemtechniker, Informatiker überhaupt nichts mit Spionage zu tun gehabt, außer dass ich nicht über meine Tätigkeit und die erhaltenen Informationen sprechen durfte. Das gibt es in vielen Berufen Rechtsanwälte, Ärzte, Sozialarbeiter… Egal abwechslungsreich und spannend war es doch hin und wieder.
Warum der Autor (zumindest auf den ersten 30 Seiten) so viel "Privatkrams" schreibt und lächerliche Details zu seinem Vorgesetzten schreibt, entzieht sich meiner Kenntnis, denn ein Spannungsbogen baut sich so nicht auf. Vielleicht wollte er Seiten schinden, da er noch nicht wusste, wie umfangreich das Büchlein wird. Fazit (nicht endgültig wg. 30 Seiten): NICHT als Geschenk geeignet, aber zum Lesen geht es, weil es ein sehr einfacher Schriftstil ist. Der Typ war bestimmt (auch wenn er von sich als Beamter schreibt) Angestellter, denn Beamtensätze (verschachtelt bis zur Unlesbarkeit) fand ich bisher keine. Die Angaben hinsichtlich Legenden, Arbeits-, Deck- und Klarnamen und Quellen stimmen bisher. Allerdings hatte ich als VF einen Helfer, der sich um meine Legendenwohnungen und-firmen im logistischen Bereich kümmerte. Also bei 20 Euronen muss man nicht wirklich traurig sein, nur eben nicht verschenken.

So weil heute der zweite Advent ist und ich ein stockkonservativer Mensch bin, ist ein Ausflug mit ausgiebigem Spaziergang geplant. Die Idee hatte ich, nachdem mir jemand -dem ein Begräbnis vollends egal ist- erzählte, dass eine "Baumbestattung" bevorzugt werden würde. Okay, mit meinen Überresten kann man machen, was man möchte. Ob zum Ausschlachten oder in den Gulli spülen interessiert mich nicht die Bohne. In dieser Hülle werde ich nicht wieder auftauchen und der neuen Hülle wird es egal sein, was mit der Alten passiert ist. Aber weil wir in Deutschland leben, wird das sicher reglementiert bis zum Schnürsenkel. Deswegen fahren wir (die Eeerrrbsenpriiinzessiiin ist dabei, ohne zu wissen wohin es geht) zum Friedwald in Nuthetal und sehen uns die Baumgräber an.
Jetzt muss ich in die Küche, weil die Eeerrrbsenpriiinzessiiin (riiichtig in Anlehnung auf das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse) gerade angekommen ist und mit einem leichten Vorwurf in der Stimme sofort fragte: "Hast du schon gekocht?"

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#499 29.11.2022 Vom Leben und seinen Zwängen
Da ich noch kein echtes Verlangen verspüre, mit dem Boandlkramer ins Jenseits zu gehen, denke ich über mein derzeitiges Leben nach und kopiere den verstorbenen Steve Jobs. Dieser nahm -nachdem sie ihn als Vorstandvorsitzenden von Apple rausgeworfen hatten- verschiedene Tätigkeiten an. Jeden Abend machte er bei der (an sich gerichteten) Frage ob ihn die Arbeit befriedigt entweder in der Spalte "Nein" oder "Ja" ein Kreuzchen. Befanden sich viele Markierungen bei Nein, wusste er, dass es etwas zu ändern galt. Ich führe die Liste im Kopf, frage mich jeden Abend: "Bäääda warst du heute zufrieden mit deinem Leben?" Zu oft eine Verneinung heißt: Bäääda beweg deinen Arsch, du hast nicht mehr so viel Zeit!
Zwangsläufig bedeutet das über die Vergangenheit nachzudenken. Unabhängig von materiellen Dingen, prüfte ich: Lebte ich das Leben, wie ich es wollte? Habe ich mich dem Gesellschaftsdruck gebeugt? Habe ich mir und/oder meiner Umwelt etwas vorgespielt? War ich zu opportunistisch? u.a.m. Festzuhalten bleibt, dass ich den Großteil meines Lebens ziemlich bescheuert war. Zum Teil gezwungenermaßen, zum Teil freiwillig.

Von Kindheit an gibt es in der Gesellschaft für jede Altersgruppe -Kind, Jugendlicher, Erwachsener, Senior- ein Rollenbild. Die Schwerpunkte haben sich im Laufe der Zeit verschoben, dennoch werden Richtlinien von der Society festgelegt. "MAN macht das nicht! Das gehört sich nicht!" Viele dieser Regeln sind mir bis heute unergründlich, dennoch befolgte ich sie, hielt mich an den Gesellschaftscodex, zum Teil sogar jetzt noch. Als Junge wurde ich zum "Mann" erzogen. Dieser weint nicht, zeigt keine Gefühle, ist immer stark… Wahrscheinlich war kein Verlangen vorhanden, doch sicher hätte mir manchmal etwas mehr Gefühl und weniger "Mann sein" gutgetan.
Später als Jugendlicher / junger Erwachsener kam der nächste "Zwang". Ein toller Hecht hatte viel sowie schnell wechselnde Freundinnen. "Miteinander zu gehen" hieß maximal 4-6 Wochen, sonst galt man als Weichei. Hetero, anderes war gar nicht denkbar. Natürlich spreche ich nur für mich, doch bei all meinen Freunden wie Bekannten das gleiche Spiel. Schwule, Lesben, Trans… waren eine "kranke" Minderheit. Sie wurden nicht ernsthaft zu einer Meinungsbildung herangezogen. Schon seltsam, in meinem engeren Bekanntenkreis befindet sich bis heute kein Schwuler, keine Lesbe, auch sonst nichts, was LGBTQIA+ zugehörig ist.
Durchs ganze Leben von jung bis alt, sind wir Männer wirtschaftlich erfolgreich, tragen schicke Anzüge mit noch schickeren Rolex Uhren und fahren protzige, PS-starke Autos. Frauen sind immer jung, schlank mit großen straffen Titten, tragen Miniröcke. Sie sind allzeit bereit und freudig erregt von uns Helden bestiegen zu werden. Schönheitschirurgen von Männlein (so ein Six-Pack hat schon was) wie Weiblein haben Hochkonjunktur. Unkenrufern mit ihrem "wir machen das ausschließlich für uns selbst", dafür habe ich nur ein Wort übrig: Lügner! Die Gesellschaft verlangt es so!

Auf Arbeit funktionieren wir genauso. Wir stimmen wider besseres Wissen den Vorgesetzten zu, der Aufstieg könnte in Gefahr sein. Wir putzen das Auto, was würde denn der Nachbar sonst sagen. Wir schminken und kleiden uns, damit wir ja nicht auffallen und zeigen können, dass wir dazu gehören. Wir tragen Anzug und Krawatte, um bei den häufig sinnfreien Konferenzen nicht aus der Rolle zu fallen. Wir MÜSSEN funktionieren. Wenn nicht, starten die kleinen Bösartigkeiten, Intrigen oder ganz modern werden Attacken von passiver Aggressivität abgefeuert. Ich sage: WIR SIND NICHT FREI! Keine Frage, ich spielte mit, war oft ganz weit vorne. Eine Ex-Freundin meinte mal: "Peter, you and your rotten mouth" als ich wieder einmal ziemlich perfide agierte. Es war noch höflich von ihr!
Jetzt im Winter meines Lebens angekommen, weiß ich, dass zumindest nun etwas selbstbestimmtes Leben möglich ist. Mag sein, dass ich dadurch ziemlich allein bin, doch besser so als sein Dasein mit zu viel Kompromissen verbringen. Nochmals, all das ist MEINE persönliche Meinung, sicher werden andere Menschen gegenteilige Erfahrungen gemacht. Das ist gut so und freut mich für sie. Meine Hoffnung ist, dass nachfolgende Generationen "lockerer" aufwachsen sowie freier im Denken und Handeln sein können.
Nachfolgend zum Abschluss zwei kleine Abschnitte aus dem Buch "Dienstags bei Morrie" meines Lieblingsschriftstellers Mitch Albom. Die wahre Geschichte beschreibt wie Albom seinen früheren Soziologie Professor Moris S. "Morrie" Schwartz beim Sterben begleitet. Dazu kommt er jeden Dienstag von Detroit nach Newton. Für mich ein sehr starkes, beeindruckendes Buch mit einfachen Lebensweisheiten. Hätte ich diese als junger Mann gekannt, hätte ich sie allerdings wahrscheinlich nicht befolgt.

"Nicht zu fest", sagte er. "Ich bin ein alter Mann." Ich trommelte auf seinen Rücken und seine Seiten, bewegte meine Hände so, wie die Therapeutin es mir zeigte. Ich hasste die Vorstellung, dass Morrie im Bett lag - sein letzter Aphorismus: "Wenn du im Bett bleibst, bist du tot", klang mir noch in den Ohren. Und wie er so zusammengekrümmt auf der Seite lag, war er so klein, so eingeschrumpft, dass sein Körper mehr der eines Jungen als der eines Mannes war. Ich sah die Blässe seiner Haut, die weißen Haarsträhnen, sah, wie seine Arme schlaff und hilflos herunterhingen. Ich dachte daran, wieviel Zeit wir damit verbringen, unseren Körper zu formen, Gewichte zu heben, Sit-ups zu machen, und am Ende wird er uns von der Natur ohnehin wieder weggenommen. Unter meinen Fingern fühlte ich das lose Fleisch…

So ist es! Wir quälen und kasteien uns. Knallen uns kiloweise Make Up ins Gesicht und sonst wo hin und als hipper Mann lasse ich mir natürlich eine ordentliche butt up Operation verpassen. Joghurt statt Schweinehaxe, Buttermilch statt Rotwein. Für mich kann ich sagen: Nööö, jetzt nicht mehr! Wer nicht genießt ist ungenießbar! Was bedeuten schon ein paar Jahre früher abtreten (entlastet das Pflegepersonal) wenn ich dafür aus dem Vollen schöpfen kann?

"Neulich habe ich eine hübsche kleine Geschichte gehört", sagt Morrie. Er schließt für einen Moment die Augen und ich warte.
Okay, in der Geschichte geht es um eine kleine Welle, die auf der Oberfläche des Ozeans entlanghüpft und unglaublich viel Spaß hat. Sie genießt den Wind und die frische Luft, bis sie bemerkt, dass vor ihr noch andere Wellen sind, die alle an der Küste zerschellen.
"Mein Gott, das ist ja schrecklich", sagt die Welle. "Wenn ich mir vorstelle, was mit mir passieren wird!"
Da kommt eine andere Welle vorbei. Sie sieht die erste Welle, die grimmig dreinschaut, und fragt: "Warum siehst du so traurig aus?"
Die erste Welle sagt: "Du verstehst überhaupt nicht, was los ist! Wir werden allesamt an der Küste zerschellen! Wir, alle Wellen, werden nichts sein! Ist das nicht schrecklich?"
Die zweite Welle sagt: "Nein, du verstehst nicht. Du bist nicht eine Welle, du bist ein Teil des Ozeans."
Ich lächle. Morrie schließt wieder die Augen.
"Ein Teil des Ozeans", sagt er, "ein Teil des Ozeans." Ich schaue zu, wie er atmet, ein und aus, ein und aus.

Da mir das seltsame Zeugs das im Wasser rumschwimmt noch nie geheuer war, dachte ich schon immer mehr ans Fliegen. Deshalb finde ich die (Kinder)Geschichte vom Blatt das fliegen wollte noch schöner, im Kern ist dasselbe gemeint. Seit ich es begriffen habe, fällt mir vieles leichter. Hier der link für:
Das Birkenblatt und der Wind

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#498 22.11.2022 Und tschüss Vodafone!
Ist selten, dass ich wegen Schreibfaulheit, was mein Tagebuch angeht, einen Anpfiff erhalte, wirkt aber sehr motivierend. Tatsache ist, dass ich momentan auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanze. Nach mehreren positiven Äußerungen -bin freudig erregt!- über meinen Beitrag "Vom Leben und Sterben" denke ich etwas intensiver über ein ähnliches Thema "Vom Leben, Gemeinschaftszwang und Eigendruck" nach. Liegt schon ewig in meinem Magen, also werde ich darüber ein weiteres Mini Essay posten. Die Worte fliegen mir leider immer noch nicht zu, deshalb dauert es, denn lesbar sollte es schon sein. Nebenbei stellte ich wieder einmal meine Wohnung um, leider fing -gar nicht so selten bei mir- das Denken nach der Arbeit an, Mehrarbeit war die Konsequenz.

Ach könnte ich doch nur die Politik ignorieren, die Welt wäre nur halb so schön. Derzeit rege ich mich über Migranten auf, die auf das rassistische, unsoziale, kaltherzige Deutschland herziehen, aber die Kohle schon gerne annehmen und bevorzugt schön renovierte Wohnungen (zumindest in Berlin) ohne Warteliste genauso wie einen Kitaplatz bekommen. Yooo, da kommt Freude auf. Über Klimaterroristen rege ich mich nicht mehr auf, sondern denke dabei eher an Gerhard Polt der sicherlich sagen würde: "Naa, i bin ned aggressiv, aber des Gschwerl dad i ohne Öl von der Straß reißen". Wo er Recht hat, hat er Recht.


Frag ich meinen Psychoman, ob er denkt, dass ich einer depressiven Stimmung bin. Lacht sich die Pfeife echt einen ab und sagt:"nööö, absolut keine Gefahr". Als hätte der Typ eine Ahnung, hahaha. Wer diese Temperaturen in meinem Wohnzimmer ohne Depression übersteht, bei dem stimmt etwas nicht. Doch lange vor der Energiekrise habe ich entschieden, Abhärtung ist angesagt! Früher konnte es mir in Afrika nicht heiß und in Deutschland nicht kalt genug sein. Heute lege ich mir eine Wärmflasche unter die Bettdecke. O tempora o mores! An der Stromrechnung kann mein Masochismus nicht liegen, denn da fließt ein schöner 3-stelliger Betrag zurück aufs Konto und mein Strompreis -ja, ja ich klopfe auf Holz- liegt weiterhin bei 24,8 Cent/KwH und 8,80€ Bereitstellung. Natürlich habe ich die Vorauszahlung gleich wieder auf den alten Stand gebracht. Am Sparzwang kann es auch nicht liegen. In der Weihnachtszeit ist schon ein Hotel gebucht. Selbst die fraaanzööösiiische Priiinzessiiin hat nicht gemeckert.

Ganz zum Schluss -ich glaub ich bin besoffen, das Gebräu aus Amaretto mit kubanischem Rum schmeckt aber saugut- das Cover Thema. Kann nur sagen Fuck you Vodafone! Nach mehreren Störungen sagt der Typ (50 Minuten Wartezeit) am Telefon: "Dann wechseln sie halt, die anderen sind auch nicht besser. Man muss ja nicht immer Fernsehen". Meine (bereinigte) Antwort: "Aber bei O2 ärgere ich mich nur für 45€ und nicht 90€ im Monat" dürfte ihm egal gewesen sein. Eine Entgegnung hörte ich nicht, da ich vorher auflegte. Zwei Fernsehverträge, Festnetz samt Internet sofort gekündigt und seit gestern (21.11.2022) läuft alles über O2. Ob das besser läuft -die Leitungen ins Haus sind von Vodafon- weiß ich nicht, aber außer einer Fritzbox keinerlei weiteres Equipment. Gestern Nacht kam die Bestätigung der Freigabe und dann habe ich in meiner Ungeduld, gleich mal die Fritzbox lahmgelegt. Und das mir! Schließlich hatte ich in der Szene in den frühen 1990ern einen Namen was hacken und cracken anbelangte. Allerdings arbeiteten wir damals sogar noch mit Akustikkopplern. Trotzdem shame on me.

Jetzt lege ich mich mit Wolldecke und Fußwärmer auf die Couch um den ollen Goethe mit seinem Faust zu lesen. Den kenne ich schon und verstehe ihn auch betrunken.

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#497 13.11.2022 Vom Leben und Sterben – Ansichten von Einem, der Beides kennt.
Es passiert mir selten, falsch, es ist mir wissentlich noch nie passiert, dass ich mir etwas notieren, etwas aufschreiben möchte, aber gar nicht genau weiß warum. Vielleicht war es der 52. Todestag von meinem Bruder Wiggerl, vielleicht die vielen Horrormeldungen -gab es schon immer- von Krisen, Katastrophen, Kriegen etc., vielleicht mein Unwohlsein, verbunden mit spürbaren, unangenehmen Schmerzen, keine Ahnung. Jedenfalls habe ich mir intensivere Gedanken als sonst übers Leben und Sterben gemacht.
Jeder Einzelne von uns muss sterben, doch keiner glaubt es. Es wird nicht darüber gesprochen, es wird vermieden, es passt nicht in unsere Kultur. In die Kultur der positiv Denkenden, der vorwärts Strebenden, der ewig Lebenden. Andere Kulturen gehen anders damit um und ich denke diese Menschen fühlen sich freier, einfach besser damit. Seltsamerweise hatte ich nie ein Problem mit Gevatter Tod, obwohl ich schon mehrfach Kontakt zu ihm hatte und mit aller Kraft dagegen ankämpfte.
Meinen Bruder verlor ich mit 10, meine Mutter mit 12, meinen Vater mit 21 Jahren. Selbst kann ich mehrere Nahtoderfahrungen zuerst als 17-jähriger vorweisen. Bestimmt waren es mehr, aber zwei Dinge blieben kleben:
1. Trauer ist Egoismus der Zurückgebliebenen. 2. Ich lernte zu sterben, dabei lernte ich zu leben.
Wenn ich um jemanden trauere, dann weil ICH jemanden vermisse. Weil ICH jemanden verloren habe, aber ob der Verstorbene etwas verloren hat, weiß ich nicht. Niemand konnte mir bisher sagen, was nach dem Ableben geschieht, und zu meinem Bedauern erhielt ich -während der 45 Minuten, die ich im Jenseits verbringen durfte- keinerlei Hinweis was im Nirvana abgehen würde. Insofern trauere ICH darum, dass ICH nicht mehr mit meinen Lieben Zeit verbringen darf. Als Agnostiker freue ich mich auf den Beweis, dass es irgendwo, irgendwie ein ewiges Weiterbestehen gibt und es dort ALLEN riiichtig gut geht. Bis dahin nehme ich mir weiterhin alle Zeit, die ich benötige, um zu trauern. Manchmal denke ich oft, manchmal gar nicht an die Verstorbenen. Doch wenn ich an meine Lieben denke, kommt es von Herzen und ob drei Tage oder 50 Jahre dazwischen liegen, das spielt keine Rolle. Es ist aufbauend über die schönen Zeiten nachzudenken. Bedauern, dass es nicht mehr möglich ist, wäre der falsche Weg.

Die zweite Sache, "das sterben zu lernen" ist auch etwas, was jeden von uns betrifft, dennoch will es niemand wahrhaben. Schon Karl Valentin sagte einmal: "Auch wenn sie es nicht glauben mögen, auch ich war einmal jung". In unserer Gesellschaft gibt es kein Alt. Höchstens wenn von Pflegenotstand oder exorbitanten Rentenkosten gesprochen wird. Auf allen Plakaten egal ob Werbung, Wahl oder TV (außer Tatort und "Wetten dass?") gibt es nur Jugend.
Deshalb wollen wir nicht ans Sterben denken, das heißt ja alt sein. Perfektion ist das Zauberwort, dazu passen keine Falten. Dennoch kommen sie, die (zuerst) kleinen Zipperlein und werden größer, umfangreicher, ernsthafter, kommen häufiger. Aber wir wollen trotzdem so funktionieren wie es die Gesellschaft von uns erwartet. Die eigenen Vorstellungen zählen nicht, sondern was sich die anderen erwünschen. Das geht das ganze Leben so. Eltern, Partner, Vorgesetzte usw. Als ich 1998 einen Posten -der die Endstufe an Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten meiner Statusgruppe bedeutet hätte- mit den Worten "es tut mir leid, zu viele sinnfreie Konferenzen, Diskussionen und Kompromisse. Ich bekäme mehr Geld, aber wäre permanent unzufrieden. Das würde mein Leben nicht bereichern" ablehnte, dachten nicht wenige ich sei verrückt. Mag sein, finanziell wäre es deutlich von Vorteil gewesen und wer weiß vielleicht hätte ich die Chance ohne meinen 2 Jahre zuvor erlittenen Herzstillstand ergriffen.
Stattdessen nahm ich einen Job an, um Kriegsverbrecher aus dem Balkankrieg in Bosnien-Herzegowina ausfindig zu machen. Später durfte ich mir von nach Unabhängigkeit strebenden Menschen in Mazedonien Schusswaffen an den Kopf halten lassen. Nicht so angenehm wie ein gut bezahlter Bürojob, aber eine Tätigkeit, die ICH ausüben wollte.
Nach meinem "Unfall" merkte ich, dass Ziele und Erfolg durchaus erstrebenswert sind, aber nicht auf Kosten der eigenen Zufriedenheit. Die Lebenszeit ist begrenzt. Ich lernte die "kleinen" Dinge des Lebens sind die wichtigen, nur wir haben verlernt sie zu beachten.



Links ließ ich einen der kleinen Jungs mal bei uns im Cafe am Tisch sitzen und spendierte ihm ein Coke. Als ihn der Security Mann vertreiben wollte, sagte ich, dass das unser Freund ist und er mit uns den Abend verbringt. Bis heute habe ich das unglaubliche Erstaunen des Jungen und seinen Gesichtsausdruck der Freude, Dankbarkeit, Stolz…. ausdrückte nicht vergessen. Einem Menschen das Gefühl gegeben zu haben, er bedeutet etwas, er ist wertvoll, das ist was zählt.

Rechts sieht man mich 4 Tage nachdem mir ein Stück meines Dickdarms entfernt wurde. Die milde Luft, der köstliche Kaffee, das Wissen, dass mir doch noch ein paar Tage bleiben. Selten habe ich mich wohler gefühlt.

Ich weiß, dass ich sterben muss und akzeptiere es. Inzwischen nehme ich Unzulänglichkeiten hin, nach all den Schäden, die ich erlitt, dürften diese normal sein. Wenn -wie jetzt- etwas "nicht stimmt" lasse ich den Doc ran, allerdings ohne große Eile. Die Entscheidung, "intensivere" Behandlungen vornehmen zu lassen oder nicht, treffe ich nach reiflicher Überlegung. So mutig wie andere, jede Behandlung auf sich zu nehmen, bin ich nicht. Mein Leben war nicht langweilig und bot mir viele Facetten. Irgendwann ist Schluss und bis dahin genieße ich nach Möglichkeit alles, was sich ergibt. Einmal täglich -meistens am Morgen-, gönne ich mir ein Päckchen Selbstmitleid, etwa 15-20 Minuten. Danach -so wie es mein Psychoman vortrefflich ausdrückt- distanziere ich mich von allem, was mein Leben erschwert. Selbst Schmerzen, Unwohlsein oder Sorgen lassen sich wunderbar in die Ecke stellen.

Und weil dem so ist, hole ich jetzt mein frischgebackenes Roggen/Dinkelbrot aus dem Ofen. Leider ist es wieder nicht so aufgegangen wie gewünscht, aber schmecken wird es trotzdem vorzüglich. Danach werde ich einen schon lange geplanten Ausflug unternehmen und mich freuen, dass ich einen weiteren Tag auf dieser schönen Erde verbringen durfte.

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#496 11.11.2022 Kein lustiger Faschingsauftakt
Traditionell beginnt am 11.11. um 11:11h Uhr der Fasching oder Karneval für die Preußen. Vor 1970 mochte ich den Fasching mit all seinen Facetten, danach nicht mehr so wirklich. Ich werde seither jedes Jahr an ein für mich sehr schlimmes Ereignis erinnert. Irgendwann in den frühen Morgenstunden des 11. November 1970 verstarb mein Bruder Ludwig "Wiggerl" Christerer im Alter von 14 Jahren auf der Toilette. Bei einem seiner häufigen Asthma Anfällen hat er eine Embolie bekommen und nicht überlebt. Lieber Wiggerl auch wenn inzwischen schon 52 Jahre vergangen sind, ich denke an dich! Natürlich bist du in meinem "Lebensbuch" aufgeführt und vielleicht schaffe ich es sogar, dieses fertigzustellen.

Kernig, kernig für einen öffentlich-rechtlichen Sender --> ARD:
Rechte Twitter-Nutzer: "Ratten, die aus Löchern kriechen" In dem Meinungsbeitrag, den SWR-Autor Nils Dampz, Korrespondent im ARD-Studio Los Angeles, für die Internetseite der Tagesschau verfasst hatte, hieß es ursprünglich: „Musk hat auch angekündigt, dass Twitter zum ‚Marktplatz der Debatte‘ werden solle. Aber auf seinem ‚Marktplatz‘ sollen offenbar auch rassistische oder verschwörerische Ratten aus ihren Löchern kriechen dürfen. Twitter kann nur relevant bleiben, wenn genau diese Ratten – um im Marktplatzbild zu bleiben – in ihre Löcher zurückgeprügelt werden."
Nachdem zuerst Bild.de über die Wortwahl berichtet hatte, reagierte die Tagesschau prompt: Sie änderte den Text des Kommentars. Dieser lautet nun in der aktuell (Stand: 6.11., 13:45 Uhr) online verfügbaren Fassung des Textes: „Musk hat auch angekündigt, dass Twitter zum ‚Marktplatz der Debatte‘ werden soll. Aber auf seinem Platz soll offenbar auch Rassistisches oder Verschwörerisches Platz haben. Twitter kann nur relevant bleiben, wenn das konsequent bekämpft wird."

Was würde passieren, wenn solche Entgleisungen von nicht mit linksgrüner Ideologie verseuchten Menschen ausgeübt werden? Den eigentlich zur Neutralität verpflichteten Journalisten und Medienverantwortlichen würde der Geifer aus dem Mund tropfen. Sie würden ein wochenlanges Haberfeldtreiben veranstalten.

Ansonsten bin ich fleißig am Schreiben. Meine Lebensgeschichte ist schon voll im Sommer. Das heißt Kinder sind auf der Welt und ich bin beim BND angestellt. War allerdings nicht schwer so schnell vorwärtszukommen, weil ich über noch lebende Familienangehörige so gut wie nichts veröffentlichen werde. Mehr Zeit fürs Schreiben verbringe ich aber gegenwärtig mit ein paar Notizen übers Leben und Sterben. Beim Nachdenken über die "Memoiren" kommt man zwangsläufig an seinen früheren Wünschen/Zielen und was daraus geworden ist, vorbei. Zusätzlich stehen Ende November / Anfang Dezember zwei weitere Untersuchungen an. Schaun mer moi, dann seng mas scho.

Backen tue ich auch noch. Die Brot "Äktschn" wird richtig gut. Es läuft auf 3 Standards: Rosmarin/Thymian, Kümmel/Wacholder, Walnuss/Kürbiskern raus. Die Grundmischung beinhaltet neben Salz immer Koriander, Anis, Fenchel in geringer Menge. Beim Mehl wird es eine Mischung. Ob Roggen/Weizen oder Roggen/Dinkel wird sich zeigen. Wie gesagt bin erst am Testen. Dagegen habe ich Cashew- und Schoko/Kirsch/Mandelplätzchen gebacken, zum Niederknien! Jetzt kommen noch Lebkuchen, Eiweiß/Mandel sowie Eigelb/Nuss Plätzchen dazu und dann stelle ich fest, dass ich das ganze süße Zeugs nicht mag, hahaha.
Richtig Spaß macht, dass ich mein Tagebuch -im Gegensatz zum "Lebensbuch"- wie mir der Schnabel gewachsen ist schreibe, ohne mich um Grammatik und Wortwiederholungen zu kümmern. Übrigens nehme ich dankbar möglichst viele kreative Vorschläge für einen Buchtitel an. "Hochdruck" ist inzwischen zum Arbeitstitel degradiert. Wahrscheinlich verwende ich Ottos Vorschlag: "Vom Metzgerjungen zum Geheimagenten" als Überschrift, brauche aber jetzt einen neuen Untertitel. Schaun…

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#495 07.11.2022 Metzger bleib bei deiner Wurst.
So wie der Schuster bei seinen Leisten bleiben sollte, sollte der Metzger keinen Kuchen backen. Wenn doch, dann nur mit einem vernünftigen Rezept. Das erste von mir selbst produzierte Roggenbrot schmeckt zwar sehr gut, aber gewisse handwerkliche Fehler sind nicht zu verbergen. Dennoch wird künftig nur noch selbst gebackenes Brot verzehrt. Der nächste Versuch startet wahrscheinlich noch heute. Diesmal allerdings mit 1/3 Weizenmehl und 24 Stunden Reifung.
Richtig sauer war ich allerdings über mein "Flan Parisienne". Obwohl ich mich ausnahmslos! ans Rezept gehalten habe, kam nur ein entsetzlicher Gummiklops raus. Fortan ist ARTE nicht mehr mein Lieblingssender, hahaha. Nachdem mich mein Bruder Otto motiviert hat -der kann leicht reden bei den fantastisch aussehenden Bildern ihrer Backprodukte- noch ein weiteres Experiment zu unternehmen, habe ich voller Scham mein "Kunstwerk" zu meinem Lieblingsfranzosen in seine Patisserie Crapulix bei mir um die Ecke gebracht. Wie erwartet hat er sich halb totgelacht und erst auf sanften Druck hin, etwas getestet. Ende vom Lied ist, ich habe SEIN eigenes Rezept, das hat überhaupt nichts mit dem Ursprünglichen zu tun, und werde einen weiteren Versuch starten. Ob ich seinem Brioche Rezept folge mit 1:1 Mehl-Butter Verhältnis, bezweifle ich noch. 1 Pfund Butter auf 1 Pfund Mehl? Oi joi joi!

Eigentlich habe ich mit Bundesclown Lauterbach schon abgeschlossen, aber ein Bericht einer renommierten Zeitung zeigt klar was für ein borniertes Arschloch der Typ ist. Eine Studie des RKI -diese Behörde untersteht sogar ihm- zeigt überdeutlich auf, dass die Kita Schließungen völliger Unsinn und nutzlos waren. Sondern im Gegenteil bei nicht wenigen sogar erheblichen Schaden bei Kindern als auch Eltern anrichteten.
Hier ein Auszug:
"Wie viele seiner anderen Behauptungen – über das Alter der Intensivpatienten, über die «indische Mutante» – stimmte das nicht.
Als eine Journalistin der Zeitung «Welt» ihn bei der Pressekonferenz zur Kita-Studie fragte, ob er denn seinen Irrtum in dieser Angelegenheit bedauere, antwortete er kühl: «Ich halte nichts von Schuldzuweisungen. Man muss immer den guten Künsten und der Wissenschaft folgen und das, was neu ist, nutzen, um nach vorn zu gehen.»
Kein Wort des Bedauerns. Kein Wort des Mitgefühls. Kein Versprechen, in Zukunft etwas vorsichtiger zu sein, wenn man «den guten Künsten und der Wissenschaft» folgt, die man gerade für richtig hält."


Last but not least: Manchmal wünsche ich mir die bayrische Polizeimentalität nach Berlin. Warum kann man die Klimaterroristen nicht wie in München mal schnell 30 Tage wegsperren. Klar mein Vorschlag an die Polizei für 30 Minuten zu verschwinden ist zu radikal, aber würde mir persönlich gut gefallen. Stimmt habe ich vergessen, passt ja in Berlin in die grüne Ideologie, die fördern das sogar noch. Als Grüner muss man sich ohnehin nicht an die Rechtsprechung halten, wie an der Friedrichstraße zu sehen ist.
Knüppel aus dem Sack, man trifft keinen Falschen der Spinner!

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#494 04.11.2022 Nicht alles Altmodische, muss schlecht sein.
Zurzeit bin ich wieder -wie schon öfters zur Adventszeit- auf Back Trip. Eigentlich auf schnelle Kekse oder Lebkuchen -welche zu den täglich vielen Tassen Kaffee und dem Gasballon in der Körpermitte passen- spezialisiert, sehe ich auf meiner Arte Lieblingssendung ein Kuchen? Pudding? Rezept das vor langer Zeit hauptsächlich in Paris angesagt war. Flan Parisien heißt das Zeug und besteht aus Teig (sonst wäre es flan pâtissier) und einer Vanille Creme. Beim Zusehen wuchs der Appetit derart, dass heute Eier besorgt werden, und dann wird das Ding nachgebaut. Ob Vanilleschote oder doch lieber getrocknete Vanille, hängt vom Preis ab. Als Oberlehrer weiß ich ohnehin, dass das meiste Aroma in der Schale und nicht im Mark steckt. Zumindest süßer als mein erstes Roggenbrot wird es bestimmt.

Ja, ja die Langnasen. Das wusste schon Herbert Rosendorfer, als er bei "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Deutschland dem Land der Langnasen sprach. Er meinte zwar ganz etwas anderes, aber die Pinocchios sind schon gut verbreitet. Nun ich war selbst ein großer Lügner, sozusagen berufsbedingt. Wer operativ für einen Geheimdienst arbeitet und die Wahrheit spricht, der wird keinen Erfolg haben oder in bestimmten Regionen große, sehr unangenehme Konsequenzen spüren. Gott sei Dank sprechen auch Politiker in der Öffentlichkeit selten die Wahrheit. Wäre nur schwer ertragbar. Deshalb Augen zu und durch.
Doch im Privatbereich verabscheue ich Lügner zutiefst! Bestenfalls "echte" Notlügen sind hinzunehmen. Zu schweigen wäre trotzdem günstiger. Eine afrikanische Freundin meinte vor geraumer Zeit: "Peter, manchmal ist eine süße Lüge besser als die schreckliche Wahrheit". Dem stimmte ich damals schon nicht zu. Selbst bei der Definition, wann eine Lüge eine Lüge ist, gehe ich keine Kompromisse ein. Wenn jemand etwas erzählt, viele Informationen aber verschweigt, dann nenne ich das gelogen! Halbe Wahrheiten sind Lügen. Halb schwanger gibt es schließlich auch nicht.
Das kann jeder halten, wie er möchte. Ich jedenfalls toleriere so etwas nicht und bin glücklicherweise in der Position, das auch nicht zu müssen.

So, jetzt geht der Teig das erste Mal. In einer Stunde falten, dann warten, dann falten, dann warten, dann backen, dann essen! Das Zeugs für den französischen Vanillepudding oder so, ist auch schon in der Küche. Hängt vom Wetter ab, ob morgen oder übermorgen, schließlich ist noch Jungfernheide auf dem Programmzettel. Neugierig blicke ich der Stromrechnung entgegen, der Zählerstand ging soeben online raus.

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#493 02.11.2022 Verdammt! Gerade jetzt, nachdem wir lernten im Sitzen zu strullern.
Inklusion ist das Zauberwort der Stunde! Fast schon ein Dogma. In meinem Buch steht, dass ich am Genderwahn schlicht und ergreifend nicht teilnehme. Das gilt auch für Inklusion. Es gibt Unterschiede und das soll auch so bleiben! Eine Frau braucht nicht aufs Männerklo gehen. Wenn wir Männer aufs Frauenklo gehen, dann nur um die Neuigkeiten mitzubekommen. Ich brauch kein geschlechterneutrales Ampelmännchen. Pansexuell? Niemals, weil es mir eben NICHT egal ist, ob der andere ein Mann oder eine Frau ist. Ob schwul, hetero, trans, nonbinär, asexuell, das ist für mich ganz entscheidend ausschlaggebend! Inklusion als Fehlen jeder sexuellen Präferenz? Nööö, nicht mit mir! Wenn das mal unmöglich ist, dann kann ich mir wenigstens den Schniedelwutz abschneiden. Wie frustrierend muss das für eine Frau sein, wenn sie in diesem Fall nur auf ein Loch zwischen ihren Beinen blickt? Bei mir bleibt es bei der Exklusion, denn ich BIN anders. Ich bin kein Alltagsbrei!

Stelle fest, wenn ich zu viel an meiner Lebensbeichte schreibe, falle ich in alte Verhaltensmuster zurück. Das ist kontraproduktiv! Zwar bin ich mir noch nicht sicher, ob es nur ein schnöder Bericht, ein Roman oder gar ein Epos werden soll, aber es soll wenigstens in Erwachsenenform mit einigermaßen korrekten grammatischen Grundlagen geschrieben sein. Deshalb werde ich die Tage einen megacoolen Park aufsuchen und spazieren gehen, damit die grauen Zellen so richtig durchgeschüttelt werden. Da fahre ich gefühlt bestimmt schon 1000x daran vorbei und erst eine Fernsehsendung stößt mich mit der Nase drauf.

Mein Körper spielt immer noch verrückt und viele Stellen schmerzen, aber der Doc hat bisher nicht zurückgerufen, was mit den Nieren los ist. Dann wird es schon nicht so schlimm sein. Dafür diskutiere ich mit dem Kardiologen hinsichtlich Abwanderung von Fachpersonal, anstatt mich nach den Werten meines Defis zu erkundigen. Er hat nichts gesagt, dann wird es schon nicht so schlimm sein, hahaha.

Jetzt starte ich einen weiteren Versuch den Unterschied zwischen mehligen und festkochenden Kartoffeln festzustellen. Vielleicht ist der Hinweis auf der Verpackung der Kartoffeln nur fake News.

Ois Guade wünscht euch da Bäääda

#492 30.10.2022 Manches bleibt, manches geht
Wiggerl, mein Bruder ist mit seinen 14 Jahren für meinen Geschmack zu früh gegangen. Heute wäre sein 66. Geburtstag und nach Udo Jürgens fängt da das Leben erst an. Na gut, dem stimme ich inzwischen auch nicht mehr uneingeschränkt zu. Obwohl ich als Agnostiker ohne Beweis weder an ein Leben nach dem Tod glaube, aber auch nicht behaupte, dass es keines gibt, wünsche ich dir lieber Wiggerl alles Gute, wo immer du rumschwirrst.

So, mein "Frühling" ist vollständig überarbeitet und ich finde jetzt ist das Kapitel verdammt gut geworden. Ab sofort wird der "Sommer" bearbeitet. Darin werde ich meine Lebensjahre von 1981 – ca. 1998 verarbeiten. Wenn der Sommer nimmer weit ist und die Luft nach Erde schmeckt….

Ois Guade wünscht euch da Bäääda