Natürlich wäre es untypisch, wenn mich der entfernte? Krebs nicht beschäftigen würde. Doch so stark wie es bei vielen Menschen „einschlägt“ ist es bei mir bei weitem nicht. Dennoch möchte ich vieles über diese Krankheit wissen und darauf vorbereitet sein, wenn ER, der Krebs zurückkommt.

Deshalb besuchte ich heute ein Seminar zum Thema Darmkrebs bei einem Oberarzt einer Klinik, der sich seit vielen Jahren damit beschäftigt. Überraschend für mich war, wie offen der Arzt mit diesem für viele Menschen heiklen Thema umgegangen ist. Sehr positiv waren seine Aussagen hinsichtlich Heilungschancen. Erstens tragen die wesentlich präziseren Erkennungsmethoden und zweitens die verbesserten Operationstechniken dazu bei.

Genauso deutlich wurde er was die Ursachen betrifft. Es gibt lediglich bei ein paar Krebsarten eindeutige, belastbare Erkenntnisse über die Kausalität. Oft wird in der Presse, TV und natürlich bei Mr. Google sehr viel aufgebauscht, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Ein Beispiel war Thema Vererbung. Es reicht nicht, dass ein Verwandter mal Darmkrebs hatte, um die Nachkommen damit zu beglücken. Neben einer Reihe anderer Faktoren müssen mindestens zwei in direkter Linie Verwandte VOR dem 50. Lebensjahr die Diagnose erhalten haben. Und ALLE Faktoren müssen zutreffen, dass man von dem Risikofaktor Vererbung ausgehen kann.

Leute informiert euch bei Fachleuten, damit ihr nicht ständig in Angst lebt, nur weil irgendwo im Netz wieder Fake News rumschwirren. Dann kommen auch nicht solche Fragen wie im Titel angegeben zustande. Auch ich bin davon nicht befreit. Ich glaubte bis heute, dass es krebsfördernd sei, wenn man viel rotes Fleisch isst. Stimmt schon aber nur wenn es mit Nitrit oder Nitrat in Berührung kommt. Also bei der Herstellung von roter Wurst oder Pökelware. Dein Steak nicht zu stark verkohlt, ist genauso gefährlich oder nicht wie eine Hühnchenbrust.

Auch zum Thema adjuvante Behandlung -ergänzende Maßnahmen (Chemotherapie)- gab er mir neue Erkenntnisse. Ohne ins Detail gehen zu wollen, denn auch hier gibt es viele und/oder Faktoren, spricht man in der Onkologie von 4 Stadien der Erkrankung. Bei Stadium 1 ist keine Nachfolgebehandlung erforderlich.

Stadium 2 es kann eine adjuvante Behandlung vorgeschlagen werden.

Stadium 3 es wird adjuvante Behandlung empfohlen.

Stadium 4 kein pauschaler Behandlungsvorschlag möglich.

Leider ist bei mir bereits Stadium 3 festgestellt worden. Trotzdem hat mir der Vortrag geholfen, dass ich mich wahrscheinlich GEGEN eine Chemotherapie entscheiden werde. Nur bei 30% aller Behandelten, kann ein Nutzen nachgewiesen werden und das bei all den Nebenwirkungen. Der Doc hat ALLE einzusetzenden Medikamente einschließlich deren Nebenwirkungen vorgestellt und das war ganz sicher nicht prickelnd.

Dann führte ich noch ein 4 Augen Gespräch mit der Chefärztin und leider kam auch nicht das raus, was ich hören wollte. Wenigstens gab sie mir drei Tipps „die nicht ins Protokoll geschrieben werden“, ohne die wäre ich wahrscheinlich in eine böse Falle getappt.

Egal, jetzt naht das Wochenende und da freue ich mich drauf! Also schön brav bleiben und das Leben genießen, denn das ist, was wirklich zählt!

  Mehr aus meinem realen privaten Leben, hier im E-Book „Erinnerungen“ mit mp3 files.

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