Vor ein paar Tagen sah ich eine Dokumentation über Menschen, die minimalistisch leben. Bisher dachte ich, dass es sich dabei um irgendwelche Spinner handelt, die sich als Eremit sehen und bei Wasser und Brot ihr Dasein fristen.

Yooo typisches Klischee denken. Es wurden verschiedene Menschen vorgestellt, über einen davon – Cedric Waldburger – schreibe ich unten noch ein paar Zeilen, die einfach aufzeigten was aus ihrer Sicht „weniger ist mehr“ bedeutet.

Einer der Akteure ist ein „Aufräumchoach“, der anderen u.a. dabei hilft, den Wohnraum durch Reduzierung mit erheblich mehr Wohlfühlfaktor zu gestalten und es handelte sich nicht um „Messie“ Wohnungen. Andere nehmen sich einen Psychiater, ich leiste mir den Ordnungsscoach“, sagt eine Kundin und freut sich über das Glücksgefühl nach dem Aufräumen.

Minimalistisch leben heißt: sich auf das Wesentliche beschränken, mehr Zeit in sein Leben zu investieren. Das bedeutet nicht, sofort in eine Waldhütte zu ziehen. Aus meiner Sicht ist es eigentlich das, was die meisten Menschen, die ich kenne möchten: Ein einfaches selbstbestimmtes Leben, Freiheit, Unbeschwertheit.

Es scheint als ist dieses simple Leben in unserer modernen, digitalisierten Welt auf der Strecke geblieben. Die wichtigen und unverzichtbaren Werte scheinen heutzutage Erfolg, Leistung, Konsum, Besitz u.a.m. zu sein. Oder wie ich schon häufig sagte: Früher liebten wir Menschen und nutzten Maschinen, heute lieben wir Maschinen und benutzen Menschen.

Konsequenter Minimalismus hört sich nach Verzicht und Aussteiger Leben an, doch das ist es nicht! Minimalistisches Leben und moderne Gesellschaft schließen sich nicht aus. Doch ein paar kleine, bewusst getroffene Entscheidungen können das Leben etwas einfacher und uns freier machen und vielleicht sogar ein wenig zufriedener.

Beispiele:

Nicht für jeden noch so kleinen Weg das Auto oder die Öffentlichen nutzen, wer zu Fuß geht ärgert sich nicht über Staus, Verspätungen, braucht keinen Sprit oder Strom. Sehr minimalistisch.

Überleg dir, ob du das, was du gerade kaufst wirklich brauchst. Kaufen heißt auch sich darum kümmern, es pflegen etc. Wer es einfacher haben will, kann gut auf vieles verzichten.

Koche selbst mit frischen Zutaten, die Fertigpackungen stecken voller Zusatzstoffe die du nicht wirklich brauchst und ist ganz sicher nicht minimalistisch.

Schalte mal dein Handy, Tab, Fernseher aus und sei nicht 24 Stunden Sklave der digitalen Welt.

Es gäbe noch sehr viele Beispiele. Ich für meinen Teil habe zumindest was Wohnungseinrichtung und Kleidung anbelangt und auch was „Freunde“ betrifft schon stark zurückgeschraubt und fühle mich außerordentlich wohl dabei.

Nun so extrem wie Cedric Waldburger (Bild links) möchte ich es allerdings nicht führen, mein Leben.

Das Beitragsbild oben stellt den gesamten Besitz von ihm dar. Es sind exakt 64 Teile und alles in Schwarz. Waldburger ist ein Schweizer Unternehmer und Investor. Er hat keinen festen Wohnsitz mehr, da er sich nie länger als 3 Tage in einer Stadt aufhält. Er lebt weltweit in Hotels oder bei Freunden. Die 13 Mitarbeiter seines zuletzt gegründeten Start-Up Unternehmens leben in 12 verschiedenen Ländern und die Firma wird online gemanagt, nur in unregelmäßigen Abständen finden meetings an unterschiedlichen Plätzen statt. Er duscht konsequent nur kalt und trinkt ausschließlich Leitungswasser. Der digitale Nomade ist aber kein Aussteiger, sondern will Erfolg.

«Das Schöne ist, ich bin extrem frei in meinem Leben», sagt er.

In Wikipedia steht über ihn u.a.:

Er wurde in mehreren Lifestyle- und Management-Magazinen vorgestellt, darunter Audi’s „aio“, als modernes Beispiel eines digitalen Nomaden. Waldburgers Aktivitäten werden als Beweis dafür gesehen, dass Diversifizierung in einer wahrhaft globalisierten Welt zum Erfolgsmodell werden kann. Sein minimalistischer Lifestyle vereint mehrere moderne Trends: Reisen, Flexibilität, ortsunabhängiges Arbeiten und ein Leben, das nicht vom Rhythmus des eigenen Lebens, sondern vom eigenen Biorhythmus bestimmt wird.

Wer die Reportage sah glaubt sofort, dass dieser Mensch mit seinem Leben wirklich zufrieden ist. Mir gab es den Ansporn „meinen“ Minimalismus noch deutlich zu steigern.

Mehr aus meinem realen privaten Leben, hier im E-Book „Erinnerungen“ mit mp3 files.

Adios Freunde und nicht vergessen: Sich immer der Sonnenseite des Lebens zuwenden

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